Qualität von Oberflächengewässern

 

Die Wasserqualität von Oberflächengewässern kann durch verschiedene stoffliche Belastungen beeinträchtigt werden, wie z. B. durch den Eintrag von Nährstoffen, Schwermetallen oder organischen Mikroverunreinigungen. Der Fokus des stofflichen Gewässerschutzes lag in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz vor allem auf der Verminderung von Nährstoffeinträgen, welche zu substanziellen  Wasserqualitätsdefiziten geführt hatte. Dank verschiedener Massnahmen (z.B. Verbesserung der Abwasserreinigungsanlagen) konnte der Einfluss von Nährstoffeinträgen auf die Gewässer massiv verringert werden. Dank umfassenden Gewässeruntersuchungen konnte diese positive Entwicklung auch dokumentiert werden.

Aktuelle Erhebungen von Bund und Kantonen deuten immer mehr darauf hin, dass Mikroverunreinigungen, allen voran Pflanzenschutzmittel und Arzneimittel, in den Gewässern des Schweizer Mittellandes die Wasserlebewesen beeinträchtigen. Damit ist gemäss Gewässerschutzgesetzgebung (GSchG) Handlungsbedarf gegeben. Das Gesetz schreibt als oberstes Ziel vor, dass Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen zu schützen  sind (Art. 1 GSchG). Verschiedene weitere Artikel im GSchG und der Gewässerschutzverordnung (GSchV) konkretisieren dieses Ziel. In diesen Artikeln werden Anforderungen an die Konzentrationen von Stoffen festgelegt, die durch die menschliche Tätigkeit ins Gewässer gelangen. Aber auch, dass Bund und Kantone über den Zustand der Gewässer informieren müssen.  Des Weiteren wird in der Verordnung das Vorgehen bei einer Verunreinigung festelegt:  es muss Art und Ausmass erfasst werden, die Ursachen identifiziert und gegebenenfalls Massnahmen eingeleitet werden. 

Diesen gesetzlichen Ansprüchen gerecht zu werden und die Problematik der Mikroverunreinigungen und ihrer biologischen Auswirkungen ähnlich umfassend anzugehen wie jene der Nährstoffe, ist für die Praxis eine grosse Herausforderung. Um diese anzupacken, ist ein verstärkter Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Forschung, Behörden und Privatunternehmen nötig. Zu diesem Zweck gründeten die Eawag, das BAFU und der VSA die Plattform Wasserqualität, die im CC-Gewässer des VSA angesiedelt ist.


xeiro ag